Sortenrein statt Schrott

Aluspäne, Edelstahlspäne, Stanzabfälle oder Stahlschrott: Was auf den ersten Blick alles unter „Metallschrott“ fällt, unterscheidet sich in Zusammensetzung und Verwertungsmöglichkeiten deutlich. „Je sauberer wir unterschiedliche Materialien voneinander trennen, desto gezielter können wir sie wieder in den Wertstoffkreislauf zurückführen“, sagt Alexander Korn, geschäftsführender Gesellschafter der KORN Recycling GmbH. Ein besonders anschauliches Beispiel ist Kupfer: ein wertvoller Rohstoff, der im falschen Materialstrom zum Störstoff werden kann.

Wenn ein Wertstoff wie Kupfer zum Störstoff wird

Gelangt Kupfer ungewollt in Stahlschrott, kann es bei der weiteren Verarbeitung problematisch werden. Denn im klassischen Stahlherstellungsprozess lässt sich Kupfer nur eingeschränkt aus der Schmelze entfernen und kann im neu erzeugten Stahl verbleiben. Gerade bei anspruchsvollen Stahlsorten sind jedoch klar definierte Materialeigenschaften gefragt. Unerwünschte Kupferanteile können diese beeinflussen und damit auch Auswirkungen auf die spätere Verarbeitung haben. „Ein Material kann für sich genommen äußerst wertvoll sein und im falschen Stoffstrom dennoch zum Problem werden. Genau deshalb kommt es beim Recycling auf die richtige Zuordnung an“, erklärt Alexander Korn.

Aus Schrott werden definierte Rohstoffqualitäten

Bei KORN werden metallische Materialien deshalb differenziert erfasst und aufbereitet. Aluminium und Edelstahl werden ebenso getrennt behandelt wie Produktions- und Stanzabfälle oder unterschiedliche Stahlschrotte. Was von außen zunächst nach verschiedenen Containern und Materialhaufen aussieht, folgt einem klaren System. Entscheidend ist, die jeweilige Materialqualität möglichst genau zu kennen und Fremdstoffe frühzeitig zu erkennen. Denn Stahlwerke und andere industrielle Abnehmer benötigen Sekundärrohstoffe, deren Eigenschaften zu ihren Produktionsprozessen passen.

Qualität entscheidet über den Kreislauf

Kreislaufwirtschaft bedeutet deshalb mehr, als möglichst große Mengen einer Verwertung zuzuführen. Entscheidend ist die Qualität des Materials, das wieder in den Produktionsprozess zurückkehrt. „Unser Anspruch ist nicht einfach, Schrott zu bewegen. Wir wollen, dass daraus wieder verlässliche Rohstoffe für die Industrie entstehen“, sagt Alexander Korn. Das Beispiel Kupfer zeigt, worauf es dabei ankommt: Ein Wertstoff bleibt dann besonders wertvoll, wenn er im richtigen Stoffstrom landet.

 

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