Hohe Temperaturen, intensive Sonneneinstrahlung und ausgetrocknete Materialien erhöhen im Sommer die Brandgefahr. Gerade in der Abfallwirtschaft kann dann ein einziger Fehlwurf schwerwiegende Folgen haben. Die gute Nachricht: Mit etwas mehr Aufmerksamkeit können wir alle dazu beitragen, Brände zu verhindern und Menschen, Fahrzeuge sowie Anlagen zu schützen.

Mehrere Brände auf Recyclinghöfen und in Abfalllagern haben in diesem Sommer erneut gezeigt, wie schnell sich Feuer in gelagerten Materialien ausbreiten kann. Große Abfallmengen, anhaltende Hitze und falsch entsorgte Gegenstände ergeben dabei eine gefährliche Kombination. Bei KORN Recycling ist Brandschutz das ganze Jahr über ein zentrales Thema. In außergewöhnlich heißen Wetterphasen kommt es jedoch noch stärker auf das Zusammenspiel von moderner Technik, geschulten Mitarbeitenden und der Aufmerksamkeit jedes Einzelnen an. Denn Brandvermeidung beginnt bereits dort, wo etwas weggeworfen wird.

Wenn sich Abfälle stark aufheizen

Container, Metallteile und dunkle Oberflächen können sich bei direkter Sonneneinstrahlung auf 60 bis 70 Grad Celsius und teilweise noch stärker erhitzen. Auch in größeren Abfallhaufen kann sich Wärme stauen, weil sie im Inneren nur schlecht entweicht. Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung weist darauf hin, dass bestimmte Stoffe durch chemische oder biologische Prozesse Wärme entwickeln können. Kommen hohe Außentemperaturen, große Materialmengen und leicht entzündliche Stoffe zusammen, steigt das Risiko einer Selbsterwärmung oder Selbstentzündung. Hitze allein setzt nicht automatisch einen Abfallhaufen in Brand. Sie verschärft aber die Bedingungen, unter denen ein beschädigter Akku, eine chemische Reaktion oder eine andere Zündquelle zum Auslöser werden kann.

Kleine Akkus, enorme Wirkung

Zu den größten vermeidbaren Brandrisiken gehören Batterien und Lithium-Ionen-Akkus, die fälschlicherweise im Restmüll, im Gelben Sack, im Sperrmüll oder im Altpapier landen. Das Umweltbundesamt warnt seit Langem vor solchen Fehlwürfen. Werden Akkus in Sammelfahrzeugen verdichtet, in Sortieranlagen beschädigt oder von einem Schredder erfasst, kann es zu einem Kurzschluss kommen. Der Akku erhitzt sich, beginnt zu brennen oder explodiert. Papier, Kunststoffe und andere brennbare Materialien in der Umgebung können das Feuer zusätzlich beschleunigen. Akkus stecken heute in vielen Produkten, bei denen man sie nicht sofort vermutet: in elektrischen Zahnbürsten, Spielzeugen, blinkenden Schuhen, Grußkarten, Einweg-E-Zigaretten oder kleinen Ventilatoren.

Deshalb gilt:

Batterien, Akkus und Elektrogeräte gehören niemals in den Hausmüll oder in andere Wertstoffbehälter.

Sie müssen über geeignete Rücknahme- und Annahmestellen entsorgt werden. Bei beschädigten, aufgeblähten oder ungewöhnlich warmen Akkus ist besondere Vorsicht geboten. Seid ihr unsicher, könnt ihr euch direkt an KORN Recycling wenden. Unsere Mitarbeitenden geben gerne Auskunft über den richtigen Entsorgungsweg.

Glas gehört nicht ins Altpapier

Glas hat im Papiercontainer grundsätzlich nichts verloren. Neben der Verunreinigung und der Verletzungsgefahr können ungünstig geformte Glasstücke unter bestimmten Bedingungen Sonnenlicht bündeln – ähnlich wie eine Lupe. Trifft dieser gebündelte Lichtpunkt auf trockenes Papier, kann starke Hitze entstehen. Dieser Brennglaseffekt ist zwar keine der häufigsten Ursachen für Abfallbrände. Er zeigt aber, warum saubere Mülltrennung nicht nur für die Recyclingqualität wichtig ist. Störstoffe können Sortierprozesse behindern, Maschinen beschädigen, Mitarbeitende gefährden und das Brandrisiko erhöhen. In die Papiertonne gehören deshalb ausschließlich Papier, Pappe und Kartonagen – keine Glasstücke, Akkus, Elektrogeräte, Spraydosen oder Chemikalien.

Schadstoffe brauchen einen sicheren Rahmen

Farben, Lacke, Lösungsmittel, Pflanzenschutzmittel und andere Problemstoffe dürfen weder im Restmüll noch in der Kanalisation landen.

Für Privathaushalte im Landkreis Reutlingen ist unter anderem das Schadstoffmobil von KORN Recycling unterwegs. Dort könnt ihr schadstoffhaltige Abfälle im Rahmen der jeweiligen Annahmebedingungen sicher abgeben. Anschließend werden sie fachgerecht transportiert und entsorgt. Bei extremer Hitze kann es allerdings notwendig werden, Touren anzupassen, Termine zu verschieben oder die Annahme vorübergehend einzuschränken. Das dient der Sicherheit. Im Schadstoffmobil werden unterschiedliche gefährliche Stoffe transportiert, während die Mitarbeitenden mit Schutzkleidung und unter hoher körperlicher Belastung arbeiten.

Wir bitten deshalb um Verständnis, wenn es aufgrund außergewöhnlich hoher Temperaturen zu Änderungen kommt. Achtet am besten vor der Anfahrt auf aktuelle Hinweise. Auch bei Fragen zur richtigen Verpackung oder Entsorgung von Schadstoffen könnt ihr euch jederzeit an KORN Recycling wenden. Lieber einmal mehr nachfragen, als einen gefährlichen Stoff falsch zu entsorgen.

Darauf solltet ihr jetzt besonders achten:

Akkus und Batterien separat sammeln: Auch sehr kleine Geräte und vermeintlich leere Akkus gehören zur Rücknahme- oder Annahmestelle.

Abfälle sorgfältig trennen: Glas, Elektrogeräte, Spraydosen und Gefahrstoffe haben im Papier oder in anderen falschen Abfallströmen nichts verloren.

Heiße Gegenstände vollständig abkühlen lassen: Asche, Grillkohle und Zigarettenreste dürfen erst entsorgt werden, wenn sie sicher und vollständig erkaltet sind.

Chemikalien niemals miteinander vermischen: Problemstoffe möglichst im Originalbehälter aufbewahren und entsprechend den Annahmebedingungen abgeben.

Bei Unsicherheit nachfragen: Ein kurzer Anruf bei KORN Recycling ist sicherer als ein gut gemeinter, aber möglicherweise gefährlicher Fehlwurf.

Sommerhitze ist eine Gemeinschaftsaufgabe

Bei KORN Recycling investieren wir kontinuierlich in Brandvorsorge, Sicherheitstechnik, kontrollierte Prozesse und die Schulung unserer Mitarbeitenden. Doch auch die beste Technik kann nicht jeden falsch entsorgten Akku oder gefährlichen Störstoff rechtzeitig erkennen. Die wirksamste Vorsorge beginnt deshalb zu Hause, im Betrieb und direkt vor der Mülltonne.

Fragt euch bei großer Hitze ruhig einmal mehr: Gehört dieser Gegenstand wirklich in diese Tonne? Ist vielleicht ein Akku eingebaut? Ist die Grillkohle vollständig abgekühlt? Handelt es sich um einen Schadstoff?

Jeder richtig entsorgte Akku, jede aussortierte Glasscherbe und jeder sicher abgegebene Gefahrstoff reduziert das Risiko. So schützt ihr unsere Mitarbeitenden, Einsatzkräfte, Nachbarschaften, Fahrzeuge und Recyclinganlagen.

Unser Appell für heiße Sommertage: kühlen Kopf bewahren, sorgfältig trennen und beim Wegwerfen einmal mehr hinschauen. Gemeinsam können wir viel dazu beitragen, dass aus der Sommerhitze kein Brand entsteht.