Zukunft der Rohstoffversorgung

Zukunft der Rohstoffversorgung

Die Frage nach einer sicheren und nachhaltigen Rohstoffversorgung rückt zunehmend ins Zentrum wirtschafts- und industriepolitischer Debatten. Dass die Zeiten verlässlicher und günstiger Rohstoffimporte vorbei sind, wurde bei der Veranstaltung „Zukunft der Rohstoffversorgung: Strategien für Resilienz, Nachhaltigkeit und Wertschöpfung“ des Netzwerks The COUNCIL in den Räumlichkeiten des Deutschen Bundestages in Berlin deutlich.

Initiiert von Christ & Company und Joschka Fischer & Company bringt The COUNCIL regelmäßig Expertinnen und Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik zusammen, um zentrale Transformationsfragen aus unterschiedlichen Perspektiven zu diskutieren. Im Fokus stand diesmal die Frage, wie Deutschland seine Rohstoffstrategie neu ausrichten muss – resilienter, nachhaltiger und näher an den industriellen Bedarfen.

Kreislaufwirtschaft als Schlüssel zur Rohstoffresilienz

Ein zentrales Thema war die Rolle der Kreislaufwirtschaft für die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie. In der Paneldiskussion „Rohstoffresilienz durch Kreislaufwirtschaft – Recyclingrohstoffe als Basis der deutschen Wirtschaft?“ wurde deutlich: Sekundärrohstoffe sind längst kein Nischenthema mehr, sondern ein strategischer Hebel für Versorgungssicherheit und Wertschöpfung.

Mit dabei war Alexander Korn, Geschäftsführer von KORN Recycling, der aus der Praxis berichtete, wie moderne Recyclingtechnologien bereits heute einen messbaren Beitrag zur Rohstoffsicherung leisten – und wo politische sowie regulatorische Rahmenbedingungen noch nicht mit der Realität Schritt halten.

Technologische Innovationen aus der Praxis

In der Fragerunde erläuterte Alexander Korn unter anderem den Einsatz KI-gestützter Röntgentechnologie zur Erkennung von Lithium-Ionen-Akkus im Abfallstrom. Die Entwicklung der ersten BatterySort unterstützte KORN und ließ sie in seine Sortieranlage einbauen. Durch das KI-gestützte System konnten mit Hilfe von Röntgentechnologie und Druckluft tonnenweise Akkus und deren Rohstoffe aus dem Abfallstrom geholt werden. Die Brandlast in der Sortieranlage von KORN Recycling konnte zudem signifikant von mehreren Bränden täglich auf wenige pro Monat reduziert werden.

Ein weiteres Beispiel für Innovationskraft ist die Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut im Bereich BioMining. Ziel ist es, wertvolle Metalle wie Gold, Palladium oder seltene Erden mithilfe mikrobieller Prozesse aus Elektronikschrott zurückzugewinnen – ressourcenschonend und mit deutlich geringerem Energieeinsatz als bei klassischen Verfahren.

Regulierung braucht Umsetzung

Neben technologischen Lösungen wurde auch der politische Rahmen kritisch diskutiert. Am Beispiel der Gewerbeabfallverordnung machte Alexander Korn deutlich, dass ambitionierte Vorgaben allein nicht ausreichen. Entscheidend sei eine konsequente, bundesweit einheitliche Umsetzung. Fehlende personelle Ressourcen führten derzeit dazu, dass Recyclingpotenziale ungenutzt bleiben und Wertstoffe dem Kreislauf entzogen werden.

Dialog als Grundlage für Transformation

Die Veranstaltung zeigte, dass die Transformation der Rohstoffversorgung nur im Zusammenspiel von Politik, Wirtschaft und Wissenschaft gelingen kann. Neben der Kreislaufwirtschaft wurden auch internationale Rohstoffkooperationen sowie ein verantwortungsvoll gestalteter heimischer Bergbau als weitere zentrale Hebel diskutiert.

Für KORN Recycling war die Teilnahme an The COUNCIL ein wichtiger Beitrag zum fachlichen Dialog auf Bundesebene – und ein klares Signal, dass praxisnahe Recyclinglösungen ein unverzichtbarer Bestandteil zukünftiger Rohstoffstrategien sind.