Kreislaufwirtschaft braucht eine Stimme
Was heißt es, Kreislaufwirtschaft ernst zu nehmen?
Für KORN Recycling bedeutet das mehr als effiziente Anlagen und optimierte Stoffströme. Es heißt auch, Verantwortung dort zu übernehmen, wo die politischen Rahmenbedingungen entstehen. Deshalb engagiert sich das Unternehmen in der Bundesarbeitsgruppe Rohstoffpolitik des Wirtschaftsrats Deutschland. Und deshalb ist Geschäftsführer Alexander Korn in der vergangenen Woche auch nach Berlin gereist.
Rohstoffpolitik ist Kreislaufwirtschaftspolitik
In der Bundesarbeitsgruppe Rohstoffpolitik kommen Unternehmen aus Industrie, Rohstoffwirtschaft und Recycling zusammen. Diskutiert werden Fragen der Rohstoffsicherheit, der Wettbewerbsfähigkeit und der Resilienz von Lieferketten. Dabei werde immer deutlicher, dass viele politische Zielbilder voraussetzen, dass Recyclingrohstoffe verfügbar sind. „Zu selten wird aber gefragt, unter welchen Bedingungen sie überhaupt entstehen können“, meint der KORN-Geschäftsführer. Für Unternehmen wie KORN Recycling ist das tägliche Praxis. Für die Politik ist diese Perspektive jedoch noch nicht selbstverständlich.
Wenn Praxis auf Politik trifft
Die Sitzung der Arbeitsgruppe – mitten in der Berliner Sitzungswoche – war geprägt von sehr konkreten Themen: langwierige Genehmigungsverfahren, widersprüchliche Regelungen im Abfall- und Umweltrecht und eine oft fehlende Gleichstellung von Primär- und Sekundärrohstoffen. KORN Recycling investiere seit Jahren in moderne Recyclingtechnik, erklärt Alexander Korn. „Was wir brauchen, sind keine neuen Zieldefinitionen, sondern verlässliche Rahmenbedingungen“, sagt er.
Warum der Mittelstand präsent sein muss
Der Weg von Albstadt nach Berlin ist für KORN Recycling mehr als eine Dienstreise. Er steht für den Anspruch, Praxiswissen aktiv in politische Prozesse einzubringen. Wenn mittelständische Unternehmen nicht selbst erklären, wie Kreislaufwirtschaft funktioniere, „werden Entscheidungen über sie hinweg getroffen“, so Alexander Korn. Gerade in einer Zeit, in der Politik von Transformation, Resilienz und strategischer Autonomie spricht, sei diese Stimme unverzichtbar.
Verlässlichkeit als Schlüssel
Ein zentrales Fazit der Gespräche: Kreislaufwirtschaft kann ihr Potenzial nur entfalten, wenn sie politisch nicht nur rhetorisch, sondern strukturell ernst genommen wird. Dazu gehören die Anerkennung von Recyclingrohstoffen als strategische Ressource, praktikable Regulierung und Planungssicherheit für Investitionen. Nachhaltigkeit entstehe nicht durch Appelle, sondern dort, „wo Politik unternehmerisches Handeln ermöglicht.“

